Kritik: Déjà Vu
USA, FSK 12, 127 Minuten
Genre: Action-Thriller
Start: 27. Dezember 2006
Regie: Tony Scott
Drehbuch: Bill Marsilii, Terry Rossio
Darsteller: Denzel Washington, Paula Patton, Val Kilmer, James Caviezel, Adam Goldberg, Elden Henson, Erika Alexander
Einem Déjà Vu könnte man erliegen, wenn man beim gleichnamigen Film einen Blick auf Handlung und Besetzungsliste wirft. Schon wieder thematisiert Tony Scott den Überwachungsstaat (nach "Staatsfeind Nr. 1") und schon wieder arbeitet er mit Denzel Washington zusammen (nach "Mann unter Feuer"). Doch "Déjà Vu" ist nicht nur das Vertrauen auf Altbewährtes, sondern zugleich eine Art Neuanfang. Im August 2005 ist Hurrikan Katrina über die USA hereingebrochen und hat vor allem im Gebiet um New Orleans erhebliche Schäden angerichtet - dem eigentlich vorgesehen Drehort. Das Team um Tony Scott entschied sich gegen einen Abbruch oder eine Verlagerung des Drehs, womit "Déjà Vu" eine der ersten Produktion der Post-Katrina-Ära darstellt.
Auch in der Filmhandlung ist nun gut ein Jahr seit Katrina vergangen. Die Menschen haben sich so gut es geht von der Katastrophe erholt - da werden sie auch schon von der nächsten heimgesucht: Bei einem Anschlag auf einen Luxus-Dampfer werden mehrere Hundert Menschen getötet. Agent Doug Carlin (Denzel Washington) nimmt sich des Falles an und ist nicht nur auf der Suche nach dem Täter, sondern versucht auch herauszufinden, wie eine halbseitig verbrannte Frauenleiche, die wenige Minuten, bevor der Anschlag verübt wurde, angeschwemmt wurde, ins Bild passt. Bei seinen Ermittlungen macht er Bekanntschaft mit einem Spezial-Team unter der Leitung von Agent Pryzwarre (Val Kilmer), schließt sich diesem an und erlebt schon bald Erstaunliches. Ihnen ist es möglich, so etwas wie einen Live-Stream zu empfangen - aus der Vergangenheit...
Ja, hier ist sie mal wieder - die Zeitreisethematik. Auf Filmemacher übt sie eine starke Faszination aus, doch nicht selten geht die Umsetzung gründlich in die Hose. Es hadert einfach zu oft an der dabei flöten gehenden Logik. Allen Skeptikern, die ähnliches nun auch für "Déjà Vu" befürchten, sei jedoch gesagt, dass sich hier eines kleinen Kniffs bedient wird, der eventuell auftretende Logikfehler einigermaßen wissenschaftlich erklärt - trotzdem: Man sollte sich nach Filmende mit dem Gesehenen zufrieden geben und auf eine weitreichende Überprüfung selbiges verzichten. Ach ja: Dass die Akzeptanz der Möglichkeit, in die Vergangenheit zu sehen und einzugreifen, seitens des Zuschauers dringend erforderlich ist, versteht sich natürlich von selbst.
Interessant ist "Déjà Vu" vor allem in der ersten Hälfte, in der sich gar nicht erst die Möglichkeiten bieten, mit der Logik in Konflikt zu geraten. Der fulminante Höhepunkt ist dann erreicht, wenn Doug mit dem Auto einen Verdächtigen verfolgt - Zeitübergreifend! So etwas hat es vermutlich noch nicht gegeben. Da sich die Story dann jedoch recht schnell als weniger komplex als zu Beginn erhofft entpuppt und die Agenten so langsam damit beginnen, an der Vergangenheit Veränderungen vorzunehmen, leidet die Qualität in Hälfte 2 natürlich schon ein wenig darunter. Alles andere als hilfreich ist auch der Trailer, der wichtige Details vorweg nimmt (im Grunde sogar die letzte Szene) und somit erahnen lässt, in welche Richtung sich das alles entwickelt.
"Déjà Vu" ist nicht so gut, wie es hätte werden können. Tony Scott scheitert nicht an der Zeitreisethematik, aber ein wenig zu schaffen macht sie ihm schon. Im Endeffekt ist der Film dann auch nicht so komplex und clever, wie es zunächst den Anschein gemacht hat. Dass die äußeren Werte, die in Scotts Hochglanz-Ästhetik eingewickelt sind, ebenso stimmen, wie die Darbietungen von Washington und Co., versteht sich natürlich auch wieder von selbst.
Note: 2-
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Einem Déjà Vu könnte man erliegen, wenn man beim gleichnamigen Film einen Blick auf Handlung und Besetzungsliste wirft. Schon wieder thematisiert Tony Scott den Überwachungsstaat (nach "Staatsfeind Nr. 1") und schon wieder arbeitet er mit Denzel Washington zusammen (nach "Mann unter Feuer"). Doch "Déjà Vu" ist nicht nur das Vertrauen auf Altbewährtes, sondern zugleich eine Art Neuanfang. Im August 2005 ist Hurrikan Katrina über die USA hereingebrochen und hat vor allem im Gebiet um New Orleans erhebliche Schäden angerichtet - dem eigentlich vorgesehen Drehort. Das Team um Tony Scott entschied sich gegen einen Abbruch oder eine Verlagerung des Drehs, womit "Déjà Vu" eine der ersten Produktion der Post-Katrina-Ära darstellt.Auch in der Filmhandlung ist nun gut ein Jahr seit Katrina vergangen. Die Menschen haben sich so gut es geht von der Katastrophe erholt - da werden sie auch schon von der nächsten heimgesucht: Bei einem Anschlag auf einen Luxus-Dampfer werden mehrere Hundert Menschen getötet. Agent Doug Carlin (Denzel Washington) nimmt sich des Falles an und ist nicht nur auf der Suche nach dem Täter, sondern versucht auch herauszufinden, wie eine halbseitig verbrannte Frauenleiche, die wenige Minuten, bevor der Anschlag verübt wurde, angeschwemmt wurde, ins Bild passt. Bei seinen Ermittlungen macht er Bekanntschaft mit einem Spezial-Team unter der Leitung von Agent Pryzwarre (Val Kilmer), schließt sich diesem an und erlebt schon bald Erstaunliches. Ihnen ist es möglich, so etwas wie einen Live-Stream zu empfangen - aus der Vergangenheit...
Ja, hier ist sie mal wieder - die Zeitreisethematik. Auf Filmemacher übt sie eine starke Faszination aus, doch nicht selten geht die Umsetzung gründlich in die Hose. Es hadert einfach zu oft an der dabei flöten gehenden Logik. Allen Skeptikern, die ähnliches nun auch für "Déjà Vu" befürchten, sei jedoch gesagt, dass sich hier eines kleinen Kniffs bedient wird, der eventuell auftretende Logikfehler einigermaßen wissenschaftlich erklärt - trotzdem: Man sollte sich nach Filmende mit dem Gesehenen zufrieden geben und auf eine weitreichende Überprüfung selbiges verzichten. Ach ja: Dass die Akzeptanz der Möglichkeit, in die Vergangenheit zu sehen und einzugreifen, seitens des Zuschauers dringend erforderlich ist, versteht sich natürlich von selbst.
Interessant ist "Déjà Vu" vor allem in der ersten Hälfte, in der sich gar nicht erst die Möglichkeiten bieten, mit der Logik in Konflikt zu geraten. Der fulminante Höhepunkt ist dann erreicht, wenn Doug mit dem Auto einen Verdächtigen verfolgt - Zeitübergreifend! So etwas hat es vermutlich noch nicht gegeben. Da sich die Story dann jedoch recht schnell als weniger komplex als zu Beginn erhofft entpuppt und die Agenten so langsam damit beginnen, an der Vergangenheit Veränderungen vorzunehmen, leidet die Qualität in Hälfte 2 natürlich schon ein wenig darunter. Alles andere als hilfreich ist auch der Trailer, der wichtige Details vorweg nimmt (im Grunde sogar die letzte Szene) und somit erahnen lässt, in welche Richtung sich das alles entwickelt.
"Déjà Vu" ist nicht so gut, wie es hätte werden können. Tony Scott scheitert nicht an der Zeitreisethematik, aber ein wenig zu schaffen macht sie ihm schon. Im Endeffekt ist der Film dann auch nicht so komplex und clever, wie es zunächst den Anschein gemacht hat. Dass die äußeren Werte, die in Scotts Hochglanz-Ästhetik eingewickelt sind, ebenso stimmen, wie die Darbietungen von Washington und Co., versteht sich natürlich auch wieder von selbst.
Note: 2-
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