Kritik: Wer Feuer sät...
USA, FSK 12, 101 Minuten
Genre: Polit-Drama
Start: 18. Januar 2007
Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Shawn Slovo
Darsteller: Derek Luke, Tim Robbins, Bonnie Mbuli
Die Probleme Afrikas - ob aktuelle oder vergangene - gehören nicht zu den Themen, denen sich Hollywood bisher im Übermaß gewidmet hat - "Hotel Ruanda" beispielsweise bildete im Jahr 2005 schon eine Ausnahme. 2007 scheint sich in diesem Punkt einiges zu tun, denn gleich zu Beginn stehen drei Filme zu dieser Thematik an. Neben den Oscar-Favoriten "Blood Diamond" und "Der letzte König von Schottland" ist das im hier vorliegenden Fall "Wer Feuer sät...", das unter anderem mit dem Oscar-Gewinner Tim Robbins aufwarten kann und den Zuschauer mit zurück in die 80er Jahre nimmt, in ein Südafrika, in dem die Apartheid, also die Rassentrennung herrscht.
Patrick Chamusso (Derek Luke) ist kein politischer Mensch. In einer Öl-Raffinerie ist er als Vorarbeiter angestellt und in seiner Freizeit widmet er sich seiner Frau Precious (Bonnie Mbuli), seinen Kindern sowie einer Jugend-Fußball-Mannschaft, die er trainiert. Ein Anschlag auf die Raffinerie, für den die ANC (Terroristen-Organisation oder Widerstandskämpfer - je nach Blickwinkel), die sich gegen die Unterdrückung der Farbigen auflehnt, verantwortlich gemacht wird, hat für Patrick weitreichende Folgen. Er gerät ins Visier des Leiters der Anti-Terror-Einheit - Nic Vos (Tim Robbins) -, wird festgenommen, verhört und gefoltert. Nachdem Patrick mangels Beweisen jedoch wieder auf freien Fuß gerät, schließt er sich infolge eines Wandels seines Weltbilds der ANC an...
Phillip Noyces "Wer Feuer sät..." beruht auf einer wahren Geschichte, die jedoch im Sinne der Dramaturgie um Charaktere und Handlungen ergänzt wurde. Geholfen hat es leider nicht allzu viel, denn was dem Polit-Drama in erster Linie zu schaffen macht, sind eben Schwächen in der Dramaturgie. Während der stimmungsvolle Beginn noch ein sehr beängstigendes Bild der unter der Apartheid leidenden farbigen Bevölkerung zeichnet, geht das Interesse mit zunehmender Dauer verloren - am Fortlauf der Handlung sowie am Schicksal der Charaktere. Zunächst macht Noyce alles richtig, indem er sich die Zeit nimmt, die Charaktere (beider Seiten) richtig einzuführen. Doch leider ist dies im zweiten Teil des Films, der schon fast im Genre des Thrillers anzusiedeln ist, kaum noch von Bedeutung. Der Wandel Patricks ist trotz der Haft nur schwer nachvollziehbar, die Geschichte wird zu hektisch voran getrieben, zu viele Fragen bezüglich bestimmter Charaktere bleiben offen und das Ende wirkt in Anbetracht der gewählten Thematik einfach zu schmalzig.
Zudem bleibt Hauptdarsteller Derek Luke ein wenig blass, ebenso sein Gegenpart Tim Robbins. Letztendlich ist die Schuld aber wohl eher im Drehbuch zu suchen, warum die beiden nicht zur Entfaltung kommen. Gerade von Robbins weiß man, dass er mehr kann, schließlich hat er den Oscar ja nicht für den Auftritt in einem Werbe-Spot bekommen. Bemerkenswert ist jedoch der Auftritt von Bonnie Mbuli als Patricks Frau Precious, die jede Menge Kraft und Entschlossenheit, aber Verletzbarkeit zugleich in ihre Rolle packt.
Kein Zweifel - "Wer Feuer sät..." ist ein ambitioniertes, lehrreiches, wichtiges und begrüßenswertes Projekt. Allein es fehlt ihm ein größerer Unterhaltungswert. In der zweiten Filmhälfte geht es einfach zu sehr drunter und drüber, als dass diese noch irgendwie zu fesseln vermag. Berechtigte Hoffnungen ruhen nun also auf den anderen beiden Filmen über den Schwarzen Kontinent, die schon kurz nach "Wer Feuer sät..." ins Rennen gehen.
Note: 3-
Aktuelle Kritiken
The Fountain (18.01.07)
Der Fluch der Betsy Bell (11.01.07)
Prestige (04.01.07)
Der weiße Planet (28.12.06)
Déjà Vu (27.12.06)
Die Rotkäppchen-Verschwörung (27.12.06)
Babel (21.12.06)
Departed: Unter Feinden (07.12.06)
Casino Royale (23.11.06)
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Start: 18. Januar 2007
Regie: Phillip Noyce
Drehbuch: Shawn Slovo
Darsteller: Derek Luke, Tim Robbins, Bonnie Mbuli
Die Probleme Afrikas - ob aktuelle oder vergangene - gehören nicht zu den Themen, denen sich Hollywood bisher im Übermaß gewidmet hat - "Hotel Ruanda" beispielsweise bildete im Jahr 2005 schon eine Ausnahme. 2007 scheint sich in diesem Punkt einiges zu tun, denn gleich zu Beginn stehen drei Filme zu dieser Thematik an. Neben den Oscar-Favoriten "Blood Diamond" und "Der letzte König von Schottland" ist das im hier vorliegenden Fall "Wer Feuer sät...", das unter anderem mit dem Oscar-Gewinner Tim Robbins aufwarten kann und den Zuschauer mit zurück in die 80er Jahre nimmt, in ein Südafrika, in dem die Apartheid, also die Rassentrennung herrscht.Patrick Chamusso (Derek Luke) ist kein politischer Mensch. In einer Öl-Raffinerie ist er als Vorarbeiter angestellt und in seiner Freizeit widmet er sich seiner Frau Precious (Bonnie Mbuli), seinen Kindern sowie einer Jugend-Fußball-Mannschaft, die er trainiert. Ein Anschlag auf die Raffinerie, für den die ANC (Terroristen-Organisation oder Widerstandskämpfer - je nach Blickwinkel), die sich gegen die Unterdrückung der Farbigen auflehnt, verantwortlich gemacht wird, hat für Patrick weitreichende Folgen. Er gerät ins Visier des Leiters der Anti-Terror-Einheit - Nic Vos (Tim Robbins) -, wird festgenommen, verhört und gefoltert. Nachdem Patrick mangels Beweisen jedoch wieder auf freien Fuß gerät, schließt er sich infolge eines Wandels seines Weltbilds der ANC an...
Phillip Noyces "Wer Feuer sät..." beruht auf einer wahren Geschichte, die jedoch im Sinne der Dramaturgie um Charaktere und Handlungen ergänzt wurde. Geholfen hat es leider nicht allzu viel, denn was dem Polit-Drama in erster Linie zu schaffen macht, sind eben Schwächen in der Dramaturgie. Während der stimmungsvolle Beginn noch ein sehr beängstigendes Bild der unter der Apartheid leidenden farbigen Bevölkerung zeichnet, geht das Interesse mit zunehmender Dauer verloren - am Fortlauf der Handlung sowie am Schicksal der Charaktere. Zunächst macht Noyce alles richtig, indem er sich die Zeit nimmt, die Charaktere (beider Seiten) richtig einzuführen. Doch leider ist dies im zweiten Teil des Films, der schon fast im Genre des Thrillers anzusiedeln ist, kaum noch von Bedeutung. Der Wandel Patricks ist trotz der Haft nur schwer nachvollziehbar, die Geschichte wird zu hektisch voran getrieben, zu viele Fragen bezüglich bestimmter Charaktere bleiben offen und das Ende wirkt in Anbetracht der gewählten Thematik einfach zu schmalzig.
Zudem bleibt Hauptdarsteller Derek Luke ein wenig blass, ebenso sein Gegenpart Tim Robbins. Letztendlich ist die Schuld aber wohl eher im Drehbuch zu suchen, warum die beiden nicht zur Entfaltung kommen. Gerade von Robbins weiß man, dass er mehr kann, schließlich hat er den Oscar ja nicht für den Auftritt in einem Werbe-Spot bekommen. Bemerkenswert ist jedoch der Auftritt von Bonnie Mbuli als Patricks Frau Precious, die jede Menge Kraft und Entschlossenheit, aber Verletzbarkeit zugleich in ihre Rolle packt.
Kein Zweifel - "Wer Feuer sät..." ist ein ambitioniertes, lehrreiches, wichtiges und begrüßenswertes Projekt. Allein es fehlt ihm ein größerer Unterhaltungswert. In der zweiten Filmhälfte geht es einfach zu sehr drunter und drüber, als dass diese noch irgendwie zu fesseln vermag. Berechtigte Hoffnungen ruhen nun also auf den anderen beiden Filmen über den Schwarzen Kontinent, die schon kurz nach "Wer Feuer sät..." ins Rennen gehen.
Note: 3-
Aktuelle Kritiken
The Fountain (18.01.07)
Der Fluch der Betsy Bell (11.01.07)
Prestige (04.01.07)
Der weiße Planet (28.12.06)
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Casino Royale (23.11.06)

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